Mit über 80 ins digitale Angebotsverfahren – und am Ende kaufte ein Nachbar

Mit über 80 ins digitale Angebotsverfahren – und am Ende kaufte ein Nachbar

29. August 2026

Manchmal beginnt eine Immobilienvermittlung mit einem gewissen Fragezeichen – selbst dann, wenn man eine Familie bereits länger kennt.

Wir hatten schon mehrere Immobilien innerhalb dieser Familie vermittelt. Der Kontakt zur Eigentümerin eines Hauses in Vaterstetten war für uns trotzdem neu. Sie war weit über 80 Jahre alt, und wir wussten zu Beginn nicht, ob der von uns empfohlene Vermarktungsweg für sie überhaupt infrage kommen würde.

Alles begann mit der Bewertung des Hauses

Zunächst bewerteten wir das Haus in Vaterstetten. Anschließend stellten wir der Eigentümerin und ihren Kindern unser Bewertungsergebnis persönlich bei ihr zu Hause vor.

Für uns war nach der Analyse der Immobilie und der Marktsituation klar: Dieses Haus eignete sich aus unserer Sicht besonders gut für ein offenes digitales Angebotsverfahren.

Wir vermuteten allerdings, dass wir mit diesem Vorschlag nicht sofort auf Begeisterung stoßen würden. Schließlich saß uns eine Dame gegenüber, die mit weit über 80 Jahren verständlicherweise nicht mit digitalen Plattformen aufgewachsen war.

Was ist ein offenes digitales Angebotsverfahren?

Uns war deshalb besonders wichtig, genau zu erklären, was hinter dem Begriff steckt – und was nicht.

Ein digitales Angebotsverfahren ist keine Versteigerung. Es nehmen nur von uns persönlich eingeladene Kaufinteressenten teil, die ein ernsthaftes Kaufinteresse an der Immobilie haben. Im offenen Verfahren können die Teilnehmer die Höhe bereits abgegebener Kaufangebote sehen und selbst entscheiden, ob sie ein Angebot abgeben oder ihr bestehendes Angebot erhöhen möchten.

Entscheidend ist dabei: Der Verkäufer behält seine Entscheidungsfreiheit. Das höchste Kaufangebot erhält nicht automatisch den Zuschlag. Die Eigentümerin konnte auch nach Abschluss des Verfahrens selbst entscheiden, ob und an wen sie ihr Haus verkaufen wollte.

Genauso entscheidet selbstverständlich jeder Kaufinteressent selbst, ob und bis zu welcher Höhe er ein Angebot abgeben möchte.

Erst die Kinder – dann die Eigentümerin

Nach einigen Erklärungen konnten wir zunächst die Kinder von unserem Vorschlag überzeugen. Und schließlich sagte auch die Eigentümerin: Wir machen das so.

Für uns war das ein schöner Vertrauensbeweis. Nicht weil wir jemanden von „digital“ überzeugen wollten, sondern weil die Eigentümerin nachvollziehen konnte, warum wir gerade für ihr Haus diesen Weg empfahlen.

Ein Hauskauf braucht manchmal mehrere Besichtigungen

Der eigentliche Verkaufsprozess dauerte einige Wochen. Das ist bei einem Haus nichts Ungewöhnliches. Gerade bei einer so wichtigen Entscheidung möchten Interessenten eine Immobilie häufig ein zweites Mal sehen – manchmal gibt es auch eine dritte Besichtigung.

Diese Zeit sollte man Käufern geben. Schließlich geht es nicht nur um Quadratmeter und einen Kaufpreis, sondern um die Entscheidung für ein neues Zuhause.

Nachdem die Besichtigungen abgeschlossen und die ernsthaften Kaufinteressenten qualifiziert waren, erhielten die finalen Interessenten ihren persönlichen Zugang zum digitalen Angebotsverfahren. Natürlich konnten auch die Eigentümerin und ihre Kinder den Verlauf verfolgen.

Ein Wochenende, das spannend wurde

Das Angebotsverfahren startete am Freitag um 12:00 Uhr und sollte am Sonntagabend um 22:00 Uhr enden.

Die Interessenten konnten ihre Angebote digital abgeben und den Angebotsverlauf transparent verfolgen. Gleichzeitig blieb die Entscheidung über den späteren Verkauf jederzeit bei unserer Auftraggeberin.

Als das Verfahren nach dem Wochenende beendet war, war die Freude bei der Eigentümerin groß. Sie war mit dem erzielten Verkaufspreis sehr zufrieden.

Aber etwas anderes freute sie fast genauso sehr:

Der zukünftige Eigentümer kam aus der Nachbarschaft.

Was uns von dieser Vermittlung in Erinnerung bleibt

Natürlich gehörten die Immobilienbewertung, die Vermarktung, die Besichtigungen, das Angebotsverfahren und die Vorbereitung des Verkaufs zu unserem Auftrag.

In Erinnerung geblieben ist uns aber etwas anderes: eine über 80-jährige Eigentümerin, die bereit war, sich einen für sie völlig neuen Weg in Ruhe erklären zu lassen und uns schließlich das Vertrauen schenkte, diesen Weg gemeinsam mit ihr zu gehen.

Und vielleicht war es am Ende genau die richtige Mischung: moderne Technik bei der Preisfindung und eine ganz persönliche Entscheidung darüber, wer das eigene Zuhause übernehmen soll.

Ihre Catrin und Ihr Markus Bühler

Welche Verkaufsstrategie passt zu Ihrer Immobilie?

Nicht für jede Immobilie ist ein digitales Angebotsverfahren die richtige Lösung. Entscheidend sind die Immobilie, die aktuelle Marktsituation, die zu erwartende Nachfrage und natürlich die Wünsche der Eigentümer. Genau deshalb legen wir die Vermarktungs- und Preisstrategie individuell fest.

Wie wir eine Immobilienvermittlung von der Bewertung über die Vermarktung und Besichtigungen bis zum Kaufvertrag und zur Übergabe begleiten, erfahren Sie unter Unser System.

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