Immobilienpreise fallen: Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Kauf ist

Immobilienpreise fallen: Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Kauf ist

17. August 2026
Geldscheine fallen wie Herbstlaub von den Bäumen um zu zeigen, dass ältere unsanierte Häuser im Preis verfallen

Autor: Markus Bühler

Wenn Immobilienpreise sinken, klingt das für Kaufinteressenten zunächst nach einer guten Nachricht. Ein niedrigerer Kaufpreis kann den Einstieg erleichtern. Gleichzeitig bleiben Zinsen, Kaufnebenkosten, laufende Belastungen und die langfristige Entwicklung des Wohnungsmarktes entscheidend. Deshalb gibt es nicht den einen richtigen Kaufzeitpunkt für alle.

Dieser Beitrag ordnet die historische Entwicklung ein und zeigt, worauf Käufer heute achten sollten. Denn ein Preisrückgang allein macht eine Immobilie noch nicht automatisch zu einem guten Kauf.

Inhalt

Was die Daten aus 2023 gezeigt haben

Der ursprüngliche Beitrag bezog sich auf Daten des Verbands deutscher Pfandbriefbanken aus dem dritten Quartal 2023. Damals wurden im Quartalsvergleich Rückgänge bei verschiedenen Wohnimmobilienarten gemeldet: bei Eigentumswohnungen 1,5 Prozent, bei Einfamilienhäusern 3,2 Prozent und bei Mehrfamilienhäusern 5,9 Prozent. Der vdp-Index basierte auf Transaktionsdaten zahlreicher Banken und bildete die damalige Marktentwicklung ab.

Diese Zahlen sind heute als historische Einordnung zu verstehen. Sie dürfen nicht ohne Weiteres auf den aktuellen Markt übertragen werden. Immobilienmärkte entwickeln sich regional unterschiedlich und reagieren unter anderem auf Zinsen, Einkommen, Neubau, Nachfrage und verfügbare Finanzierung.

Warum Immobilienpreise sinken können

Preisrückgänge entstehen selten aus nur einem Grund. Wenn Finanzierungen teurer werden, können sich manche Haushalte den ursprünglich geplanten Kaufpreis nicht mehr leisten. Gleichzeitig warten Eigentümer unter Umständen länger mit dem Verkauf, während Käufer genauer vergleichen und stärker verhandeln.

Auch ein schleppender Neubau, steigende Baukosten, politische Unsicherheit und eine angespannte Mietlage wirken auf den Markt. In München und dem Umland kommt hinzu, dass die Nachfrage nach Wohnraum in vielen Lagen grundsätzlich hoch bleibt. Ein kurzfristiger Preisrückgang bedeutet daher nicht automatisch eine dauerhafte Abwärtsbewegung.

Kaufen oder weiter mieten?

Die Entscheidung zwischen Kauf und Miete hängt von der Lebensplanung ab. Wer langfristig an einem Ort bleiben möchte, ausreichend Eigenkapital besitzt und die monatliche Belastung tragen kann, kann von mehr Unabhängigkeit profitieren. Eigentum schützt allerdings nicht automatisch vor finanziellen Risiken. Instandhaltung, Rücklagen, Versicherungen und mögliche Modernisierungen müssen einkalkuliert werden.

Auch die Miete ist nicht statisch. Steigende Neuvertragsmieten können die laufenden Kosten erhöhen. Trotzdem sollte ein Kauf nicht allein aus Angst vor weiteren Mietsteigerungen erfolgen. Entscheidend ist eine nüchterne Vergleichsrechnung über den geplanten Nutzungszeitraum.

Was Käufer heute berücksichtigen sollten

Heute sollte niemand allein mit dem Argument kaufen, die Preise seien gerade niedrig. Wichtiger sind der konkrete Standort, der Zustand der Immobilie, die Finanzierbarkeit und die persönliche Perspektive. Ein vermeintlicher Preisvorteil kann durch hohen Modernisierungsbedarf oder eine ungünstige Finanzierung schnell aufgezehrt werden.

Wer die aktuelle Marktlage einordnen möchte, sollte regionale Angebote, erzielte Preise und die Entwicklung einzelner Wohnlagen betrachten. Ein lokaler Immobilienexperte kann dabei helfen, Unterschiede zwischen München und dem Umland sachlich zu bewerten. Die Kaufpreisentwicklung sollte dabei nicht isoliert, sondern zusammen mit Zinsen und Gesamtkosten betrachtet werden.

Warum es den perfekten Kaufzeitpunkt selten gibt

Viele Kaufinteressenten warten auf weiter fallende Preise. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig, dass niemand zuverlässig vorhersagen kann, wann ein Markt seinen Tiefpunkt erreicht. Gleichzeitig können sich Zinsen, Finanzierungsmöglichkeiten oder die persönliche Lebenssituation verändern.

Wer ausschließlich auf den vermeintlich perfekten Zeitpunkt wartet, riskiert unter Umständen, passende Immobilien oder günstige Finanzierungsbedingungen zu verpassen. Deshalb sollte die Entscheidung immer auf der eigenen Situation und nicht allein auf Marktprognosen beruhen.

Lage und Immobilienqualität bleiben entscheidend

Eine attraktive Lage mit guter Infrastruktur, kurzen Wegen und stabiler Nachfrage kann langfristig anders reagieren als ein weniger gefragter Standort. Ebenso wichtig sind Bausubstanz, Energiezustand, Grundriss, Grundstück und mögliche zukünftige Investitionen.

Vor dem Kauf sollten Interessenten deshalb nicht nur den Angebotspreis prüfen. Eine technische Einschätzung, die Unterlagen und eine nachvollziehbare Bewertung können helfen, Risiken früh zu erkennen.

Finanzierung realistisch prüfen

Ein niedriger Kaufpreis wirkt nur dann entlastend, wenn die Finanzierung insgesamt tragfähig ist. Neben dem Kaufpreis müssen Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten, gegebenenfalls Maklerkosten, Renovierungen und Rücklagen berücksichtigt werden.

Vergleichen Sie nicht nur den Zinssatz. Tilgung, Laufzeit, Sondertilgungen, Zinsbindung und die monatliche Gesamtbelastung sind ebenfalls wichtig. Eine Finanzierung sollte auch dann funktionieren, wenn sich persönliche oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen verändern.

Wer zunächst den Wert einer bereits vorhandenen Immobilie als mögliche Sicherheit oder zur Vorbereitung eines Verkaufs klären möchte, kann eine Immobilienbewertung in München anfragen.

Seit 2009 erleben wir, dass Kaufinteressenten bei fallenden Preisen häufig zu lange auf den vermeintlich perfekten Moment warten. Gleichzeitig werden gute Immobilien in gefragten Lagen nicht automatisch deutlich günstiger. Entscheidend ist deshalb weniger die Schlagzeile über den Gesamtmarkt als die Frage, ob Preis, Qualität, Finanzierung und persönliche Lebensplanung zusammenpassen.

Unser Rat aus der Praxis

Warten Sie nicht auf den absolut niedrigsten Preis, den niemand sicher vorhersagen kann. Prüfen Sie lieber, ob Sie eine konkrete Immobilie zu einem nachvollziehbaren Preis erwerben können und ob die Finanzierung langfristig zu Ihrem Leben passt. Ein guter Kauf ist nicht allein ein günstiger Kauf, sondern eine tragfähige Entscheidung.

Wenn Sie eine Immobilie gefunden haben, lohnt sich eine genaue Prüfung von Unterlagen, Zustand, Lage und Marktwert. Bei Fragen zur Suche oder zur regionalen Einordnung können Sie über unsere Kontaktseite ein Gespräch vereinbaren. Wer noch kein passendes Objekt gefunden hat, kann außerdem einen Suchauftrag hinterlegen.

Häufige Fragen zum Immobilienkauf bei fallenden Preisen

Ist jetzt grundsätzlich der richtige Zeitpunkt für einen Immobilienkauf?

Das hängt von Ihrer finanziellen Situation, Ihrer Lebensplanung und der konkreten Immobilie ab. Fallende Preise allein sind kein ausreichendes Kaufargument.

Werden Immobilienpreise weiter fallen?

Eine sichere Prognose ist nicht möglich. Die Entwicklung unterscheidet sich nach Region, Lage, Objektart und Nachfrage. Auch Zinsen und Finanzierungsmöglichkeiten beeinflussen den Markt.

Ist Kaufen günstiger als Mieten?

Das lässt sich nur anhand der konkreten Immobilie, der Finanzierung, der Haltedauer und der laufenden Kosten beurteilen. Eine individuelle Vergleichsrechnung ist sinnvoll.

Worauf sollte ich bei einer günstigen Immobilie besonders achten?

Prüfen Sie Lage, Zustand, Energieverbrauch, Modernisierungsbedarf, Unterlagen, mögliche Belastungen und die langfristige Finanzierbarkeit. Ein niedriger Preis kann auch auf besondere Risiken hinweisen.

Sollte ich bei fallenden Preisen härter verhandeln?

Verhandlungen gehören zu vielen Immobilienkäufen dazu. Ob ein niedrigeres Angebot realistisch ist, hängt jedoch von Lage, Nachfrage, Zustand und Preisniveau der jeweiligen Immobilie ab.

Der richtige Kaufzeitpunkt ist individuell

Fallende Immobilienpreise können Chancen eröffnen. Sie sind aber nur ein Faktor unter vielen. Wer Markt, Objekt und Finanzierung gemeinsam betrachtet, trifft meist bessere Entscheidungen als jemand, der allein auf eine bestimmte Preisprognose wartet.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanzierungs-, Steuer- oder Rechtsberatung. Marktangaben können sich verändern und sollten vor einer Kaufentscheidung aktuell geprüft werden.

Foto: © wordliner.com

 

 

Immobilienmagazin

  • Immobilie selbst verkaufen oder Makler beauftragen? Was Eigentümer wirklich abwägen sollten
    Eine Immobilie lässt sich grundsätzlich auch ohne Makler verkaufen. Catrin und Markus Bühler von Lebenstraum-Immobilien zeigen aus ihrer Erfahrung seit 2009, welche Aufgaben Eigentümer beim Privatverkauf selbst übernehmen und wann professionelle Unterstützung sinnvoll sein kann. Entscheidend sind insbesondere eine realistische Preisfindung, vollständige Unterlagen, professionelle Vermarktung, die Prüfung von Kaufinteressenten und eine sichere Verhandlungsführung. Der Beitrag stellt Privatverkauf und Maklerbeauftragung bewusst sachlich gegenüber und hilft Eigentümern dabei, die für ihre Immobilie passende Entscheidung zu treffen.
  • Reihenendhaus Germering: Wenn 336 m² Garten nicht 336 m² Grundstück sind
    Catrin und Markus Bühler von Lebenstraum-Immobilien berichten über den erfolgreichen Verkauf eines Reihenendhauses in Germering. Der eingefriedete Garten wirkte rund 350 m² groß und das ursprüngliche Neubau-Exposé nannte 336 m². Grundbuch und Teilungserklärung ergaben jedoch eine deutlich geringere rechnerische Grundstückszuordnung von etwa 200 bis 210 m². Die nicht reale Teilung beeinflusste Immobilienbewertung, Käuferakzeptanz und Finanzierung. Durch sorgfältige Unterlagenprüfung, transparente Kommunikation und eine realistische Bewertung gelang dennoch die erfolgreiche Vermittlung. Der Fall zeigt zugleich, warum Käufer bereits beim Neubaukauf Exposé, Grundbuch, Teilungserklärung und Aufteilungsplan sorgfältig miteinander abgleichen sollten.
  • Gebäudeenergiegesetz und Gebäudemodernisierungsgesetz beim Immobilienverkauf
    Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und das neue Gebäudemodernisierungsgesetz sorgen bei vielen Eigentümern für Unsicherheit. Tatsächlich müssen Verkäufer jedoch nur wenige gesetzliche Vorgaben beachten. Entscheidend sind vor allem ein gültiger Energieausweis, die korrekten Pflichtangaben in Immobilienanzeigen und eine transparente Information von Kaufinteressenten. Wer die aktuellen Regelungen kennt und professionell begleitet wird, kann seine Immobilie weiterhin rechtssicher und erfolgreich verkaufen.